„Kabale und Liebe“

Friedrich Schiller
Kabale und Liebe

Freitag, 4. Februar 2011Mittwoch, 9. Februar 2011
Samstag, 5. Februar 2011Samstag, 12. Februar 2011
Sonntag, 6. Februar 2011Sonntag, 13. Februar 2011
  
Beginn jeweils um 19 Uhr
im Saal des Freizeitzentrums Frankenhof
 

 

Zeichnung des menschlichen Herzens von Thomas R.

Du und ich und die Liebe
Schiller und die gewalt(tät)ige Liebe

Luise liebt Ferdinand. Ferdinand liebt Luise. Wurm begehrt Luise. Lady Milford begehrt Ferdinand. Der Vater besitzt die Tochter, die Mutter den Sohn. Am Ende liebt keiner, begehrt keiner und besitzt keiner mehr. Es kommt so anders als man denkt. Herz vergeben Herz verschenkt. Was passiert in dieser Welt voller Begehren und Empfindung – voller Kabale und Liebe?

Wir nennen vieles Liebe. Aber was kann Liebe überhaupt noch bedeuten in einer unsicheren Welt, in der jeder auf der Suche nach sich selbst ist und hofft sein Ich in einem anderen zu finden? In einer Welt, in der eine Verständigung zwischen Menschen immer schwieriger zu werden scheint: Worte lügen, Gefühle lügen, auch das Selbstbewusstsein lügt. Wenn man niemandem mehr vertraut, geht es dann letztlich also doch nur um Befriedigung, Sex und Macht? Ist das der Nutzen der Liebe? Ist Liebe nur noch egoistisch? Oder kann man auch heute noch selbstlos lieben?

Mit dem Liedgut des 21. Jahrhunderts und Schillers „Kabale und Liebe“ im Gepäck machen sich 34 Choristen und Schauspieler gemeinsam auf Erkundungstour in die tiefen Abgründe dieses höchsten Gefühls und stellen sich der Frage: Wie weit, wie weit, wie weit willst du gehen?

Alle Liebenden, Liebesuchenden, Geliebten, Verliebten und Liebeskummernden dürfen an dieser Suche teilhaben.

Die Schauspieler, Choristen und Musiker

Luise Katharina Breuser
Carolin Strobl
Ferdinand Moritz Helgath
Johann Pfeiffer
Präsidentin Mareike Schulz
Wurm Julian Schuppe
Herr Miller Klaus-Dieter Schuh
Frau Miller Felicitas Sieweck
Lady Milford Anneke-Ulrike Steffen
Hofmarschall von Kalb David Steeger
Frau von Kalb Martina Weingärtner
Sophie Jacqueline Grzeszik
Hannah Melanie Wolf
Diener Lena Griebel
Nadine Wittkopf
   
Sopran Marika Busse
Caro Grimmer
Sandra Schumann
Nadine Wehner
Sonja Weise
Kathrin Wild
Julia Woitzik
Alt Astrid Ehret
Annegret Emrich
Sabine Kunkel
Verena May
Julia Stuber
Tenor Max Braun
Daniel Rothenbücher
Bass Walther Geuder
Max Hassert
Fabian Klingbeil
Steffen von Sivers
   
Klavier Moritz Metzner
Percussion Christian Strack
Bratsche Almut Gatz

Und hinter der Bühne

Inszenierung Tonja Preuß
Chorleitung Almut Gatz
Regieassistenz Tanja Hackenberg
Dramaturgie Annika Aue
Arrangements Almut Gatz
Moritz Metzner
PR- und Öffentlichkeitsarbeit Miriam Schuppert
Soufflage Miriam Schuppert
Lichttechnik Nikolas Schuppe
Layout Daniel Rothenbücher
Organisation Thomas Renner

Absatztrenner

Die Erlanger Nachrichten brachten am 1. Februar 2011 im Hochschulteil folgende Vorankündigung, wofür wir danken:

Befriedigung, Sex, Macht?

Studenten-Gruppe spielt Schillers „Kabale und Liebe“

Probenszene Kabale und Liebe, Bild: AMV
Katharina Breuser als Luise (vorne) und Moritz Helgath als Ferdinand (stehend) spielen die Hauptrollen in Schillers „Kabale und Liebe“. Das Besondere an der Aufführung: Auch ein Chor (hinten) ist mit dabei.

Erlangen – An alle Liebenden, Liebesuchenden, Geliebten, Verliebten und Liebeskummernden richtet sich das Stück, das die studentische Theatergruppe AMV Fridericiana Erlangen demnächst auf die Bühne bringt: Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“, untermalt von Pop-Songs aus dem 21. Jahrhundert.

Das Stück ist von 1784, also so alt, dass kaum jemand den Begriff „Kabale“ noch kennt: Er bedeutet „niederträchtige Intrige“. Die Handlung ist vielleicht auch nicht gerade zeitgemäß. Junger Mann (Ferdinand) liebt junge Frau (Luise) und umgekehrt. Aber die Väter der beiden sind strikt gegen diese Liebe ihrer Kinder. Darum hauen die beiden Liebenden zusammen ab, und am Ende sind beide an Gift gestorben.

Umso zeitloser ist das Grundthema: die Liebe. „Wir haben uns gefragt, ob die Aussagen, die Schillers Figuren über die Liebe treffen, auch heute noch ihre Berechtigung haben. Oder ob sie doch so verstaubt sind, wie es manchmal den Anschein erwecken mag“, sagt Tonja Preuß, die Regisseurin des Stücks.

Eine Vorgabe war klar: Gesang und Schauspiel sollten gemeinsam auf einer Bühne stattfinden. „Dann haben wir uns auf die Suche nach Liedern über die Liebe gemacht“, erklärt Tonja. „Letztlich haben wir den Schauspieltext des 18. Jahrhunderts mit aktuellen Deutschpop-Liedern ergänzt.“

„Worte lügen, Gefühle lügen, auch das Selbstbewusstsein lügt. Wenn man niemandem mehr vertraut, geht es dann letztlich also doch nur um Befriedigung, Sex und Macht? Ist das der Nutzen der Liebe? Ist Liebe nur noch egoistisch? Oder kann man auch heute noch selbstlos lieben?“, beschreibt die Dramaturgin Annika Aue die Fragen, die das Stück stellt.

40 Chorsänger und Schauspieler machen sich nun gemeinsam auf die Erkundungstour nach Antworten. Gespielt wird im Saal des Erlanger Freizeitzentrums Frankenhof, Raumerstraße 6. (...)

hlo, Erlanger Nachrichten

Absatztrenner

Und am 8. Februar 2011 urteilten die Erlanger Nachrichten im Kulturteil so:

Von der Liebe in Worten und Noten

AMV Fridericiana spielt Schiller

Natürlich die Liebe. Natürlich ein bürgerliches Trauerspiel – das bürgerliche Trauerspiel, „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller. Gar nicht natürlich aber, dass hier auch gesungen wird – und das gar nicht schlecht und sogar sehr passend: Theatergruppe und Chor der AMV Fridericiana taten sich für die traditionelle Inszenierung zum Semesterende erstmals zusammen und begaben sich im Saal des Freizeitzentrums Frankenhof intensivst auf die Spur eines der ausgewiesenen Klassiker der deutschen Literatur.

Der ehrfurchtsvolle Respekt vor einem solchen Brocken muss da natürlich zuvörderst abgelegt werden, sonst landet man schnell in angegrautem Aufsage-Theater. Amateure tun sich immer schwer, Klassik-Texte zu rezitieren, aber das studentische Ensemble beweist den nötigen Mut, Schiller, nicht nur sprachlich, zu „bearbeiten“: Die Personage wird ziemlich durch die Mangel gedreht, aus dem Präsidenten wird eine Präsidentin, der schmierige Hofmarschall von Kalb wird zur comedyesk aufgehübschten Günstling-Schwuchtel, und Luises Eltern erscheinen als borniert-affektierte Chargen wie aus dem zur Überdeutlichkeit neigenden Volkstheater.

Coup der Doppelbesetzung

Und dann gibt's noch den Coup der Doppelbesetzung der Hauptfiguren: Die doppelten Luises und Ferdinands geben auf der dreistufig nutzbaren Saalbühne je zwei Pärchen ab, die sich keineswegs bloß die Bälle zuspielen. Diese kluge Brechung der Erzählsituation verstärkt vielmehr den Fokus des Erzählten, versetzt der moralischen und menschlichen Tragik die doppelte Schärfe und macht sie, des 18. Jahrhunderts entkleidet, allgemeingültiger. Was auch ein mutig durcheinandergewürfeltes Kostümwesen durchaus befördert.

Regisseurin Tonja Preuß geht in ihrem Konzept ziemlich in die Vollen, indem sie den knapp zwanzigköpfigen Chor als Deutsch-Pop singendes Ensemble auch choreografisch ins Geschehen miteinbezieht: Trauerspiel und begleitender Kommentar in einem Aufwasch. Die Liebe einst und jetzt – und das übergroße Videobild-Herz im Hintergrund pumpt den Liebestakt dazu. Eine ernsthafte und überaus sehenswerte Auseinandersetzung mit einem Klassiker.

mko, Erlanger Nachrichten vom 8. Februar 2011

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Sehr viele Fotos von der Generalprobe und der Besetzung finden sich in unserem Online-Album.

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