Kammerkonzert im Wintersemester 2004/05

Am Freitag, dem 4. März 2005, spielte um 20 s.t. das Rue-du-Bonheur-Quintett im Gemeindehaus am Bohlenplatz, und zwar mit folgendem Programm:

F. Schubert
(1797-1828)
Streichquintett C-Dur D 956, op. posth. 163
Allegro ma non troppo
Adagio
Scherzo - Trio Andante sostenuto - Scherzo
Allegretto

Absatztrenner

Die Erlanger Nachrichten brachten am 8. März 2005 folgende Kritik:

Feine Klangstrecken luftig gezaubert

Quintett spielte Franz Schubert

Die Akademisch-Musikalische Verbindung AMV Fridericiana hat ihr Haus in der Glückstraße. Was für eine feine Liebeserklärung steckt in der Namensgebung des aus ihr gegründeten Quintetts „Rue-du-Bonheur“, das im Gemeindehaus am Bohlenplatz einen eindrucksvollen Beweis dafür erbrachte, zu welchen Ergebnissen musikalisches Engagement neben intensiv betriebenen Studien der Physik, Medizin, Politikwissenschaften und des Computational Engineering kommen kann.

Gewaltiger Brocken

Claudia Buchele (Violine I), Bernd Zippelius (Violine II), Matthias Kerl (Viola), Peter Stadler (Cello I) und Manuel Matthes (Cello II) hatten sich mit Franz Schuberts Streichquintett C-Dur D 956 op. Post 163 einen ganz gewaltigen Brocken vorgenommen. Und spontan muß man feststellen, sie haben sich verhoben. Dieses Werk stellt höchste Ansprüche an Intonation, Technik, innere Spannung und Durchblick.

Aber ist es nicht ein Zeichen des Muts, des gemeinsam musizieren Wollens in dieser Besetzung, des Vertrauens auch in das wohlwollend verständnisvolle Publikum, daß man Bedenken hintan stellte und sich mit Fleiß und Hingabe diese Aufgabe stellte? Sehr klug auch die Entscheidung für einen musikalischen Mentor, der in der Person Lübomir Dragovs Interpretations- und Übungserfahrung beisteuerte.

Vitaler Geigenton

So entfaltet die erste Geige beherzt vitalen Geigenton, führt in engem Kontakt mit den tiefen Stimmen durch die Vielschichtigkeiten des Allegro, in dem auch die Celli ihr gesangliches Können präsentieren. Im Adagio unterbricht die erste Geige die Long-Distance-Melodiebögen eher, als daß sie diese umspielt, aber auch für Profis stellt dieser Satz in seiner fast schon Grenzenlosigkeit eine ernst genommene Herausforderung dar.

Sehr temperamentvoll erklingt danach das Scherzo mit konzentriert dichtem Trio. Im Allegretto mobilisieren die jungen Musiker nochmals alle Kraftreserven und zaubern luftig leichte, rhythmisch fein akzentuierte Klangstrecken, verströmen wienerischen Charme und führen die dramatische Stretta zum finalen Feuerwerk.

Hinreißende Zugaben

Mit zwei hinreißenden Zugaben aus der Welt des Swing bedanken sich die Studiosi glücklich für den lang anhaltenden, anerkennenden Applaus.

Cora Uitting