Schottersmühlwanderung 2006

Hier erfahren Sie Allgemeines zu den Schottersmühlwanderungen.

Der „Bonustag“

Am Donnerstag, dem 15. Juni 2006 (Fronleichnam), liefen wir uns auf der etwa 25 km langen Strecke Parsberg–Neumarkt/Opf. warm. Es ging über Darshofen, die Christl-Mühle, das Mühltal entlang und über die Bogenmühle nach Krappenhofen, wo wir einkehrten. Danach über Seubersdorf, den Buchberg, den „Schwarzen Herrgott“, Pirkach ...

Irgendein Dorf in der Oberpfalz, zwischen Parsberg und Neumarkt, wahrscheinlich Pirkach

..., Steinberg und dann hinunter ins Tal der weißen Laber zur Sipplmühle, wo wir zu Mittag aßen. Den Namen des Lokals habe ich zwar vergessen, aber dass statt des (eigentlich auch unnötigen) Apostrophs ein Akzent verwendet wurde, weiß ich noch. Das Essen war amerikanisch angehaucht, aber wir hatten an diesem Tag ja wirklich einen hohen Kalorienverbrauch. Und es gab Neumarkter Bier. Eine Werbeaktion der Brauerei hätte uns für zehn Weißbiere ein Gratisgetränk beschert, aber die Pils-, Helles- und Radlerfraktion zerstörte den schönen Plan.

Weiter im Labertal über Laber- und Straußmühle nach Deining, wo wir einkehrten. Immer noch an der weißen Laber passierten wir die Siegenhofer Mühle und Arzthofen und erreichten schließlich Lengenbach. Dann ging's ein paar Kilometer im wunderschönen Lengenbachtal, bis wir an Neumarkts Ortsteil Mariahilf anlangten. Die restliche Strecke war steil, die Kniescheiben kreischten, aber die Aussicht auf eine erfrischende Dusche belebte die Mannschaft.

Unser Gastgeber in Neumarkt, Herwig E., konnte uns sogar ein eigenes Schwimmbad anbieten – traumhaft nach der anstrengenden Wanderung! Und die Verköstigung auf der Terrasse erst: Vorspeisen, Salate, die besten Bratwürste des Landkreises Neumarkt und weiteres Grillgut, das feine Neumarkter Lammsbräu aus dem Fass, einige Spirituosen zur Verdauung. Und das Ganze an einem lauen Sommerabend im Kreis der Bundesbrüder. Nach ein paar Runden Schafkopf als Betthupferl nahm das geräumige Anwesen alle Wanderer auf.

Dr. med. Andreas Z. hat eine Vormittagscollage, eine Collage mit Wegen und noch eine dritte Collage erstellt.

Die „normale Wanderung“ – Freitag

Die zunächst geplante Wanderung ab Hirschaid auf dem Wanderweg mit dem blauen Querstrich bietet leider nicht die passenden Einkehrgelegenheiten, weil einige Gasthäuser inzwischen nicht mehr existieren. Daher mußte die Route ein paar Kilometer nach Süden verschoben werden.

Am 16. Juni 2006 ging es daher am Bahnhof von Eggolsheim los, und zwar mit großem Hallo, hatte man sich doch teilweise ein ganzes Jahr lang nicht mehr gesehen. Da waren zwei Münchener, die geradewegs (nach einem Abstecher in die Erlanger Glückstraße) mit dem Auto hergekommen waren. Da gab's einen Ansbacher und einige Erlanger, die mit dem Zug kamen. Ein Baiersdorfer war wenige Minuten zuvor mit dem falschen Zug (einem Regionalexpress, der an diesem Minibahnhof nicht hielt) an den schon wartenden Wanderern vorbeigebraust. Das Taxi brachte ihn von Hirschaid wieder zurück. Und da kamen einer aus Bamberg und einer aus Schwabach. Und der Schneverdinger und der Tübinger und die Neumarkter und noch ein Münchener. Und natürlich waren wieder Autos geeignet abzustellen, um die Rück- und Weiterfahrt und Übernachtung bequem zu ermöglichen.

Zwetschgerbammes in Schirnaidel; Bild von Peter Henning

Eine kleiner Vortrupp hatte einen sehr schönen Weg über Schirnaidel (Einkehr mit Schafkopf) nach Drosendorf gefunden. Der dortige Landgasthof Zehner hatte eigens für uns zum Mittagessen geöffnet. Unser Speisen- und Getränkekonsum ließ es wohl nicht zum Verlustgeschäft werden. Es gibt dort auch hausgebrannte Schnäpse in bemerkenswerter Auswahl, z. B. Holundergeist, Quittenbrand, Aprikosenbrand oder Spargelgeist. Die wir natürlich probieren mussten.

Und dann ging's bergauf. Und zwar steil. Bis zum Flugplatz Feuerstein. Dort fand zum ersten Mal seit vielen Semestern wieder eine bierehrliche Handlung statt.

Zipfeltausch am Flugplatz Feuerstein, Bild von Steffen Gr.

Anschließend verlief der Weg auf der Hochebene, vorbei an einem Steinbruch, nach Eschlipp. Auch beim dortigen Gasthaus waren wir angekündigt, kamen allerdings später als vereinbart bei Frau Meta Zimmermann an. Da sie extra Kuchen für uns gebacken hatte und auch die Enkel schon ungeduldig warteten, durfte sich der erste Ankömmling gleich eine ordentliche Gardinenpredigt anhören. Die Kuchen waren aber hervorragend! Die Frage nach Rauchwaren musste Frau Zimmermann abschlägig bescheiden: „Da ledzde Raucha hadd si' in Ebermannstadd in da Wiesend erdränggt.“

Danach gab es mehrere Möglichkeiten, zum Tagesziel Veilbronn zu kommen. Der direkte Weg über Dürrbrunn (keine Wirtschaft mehr) lockte niemanden, man wollte lieber zusätzlich in Unterleinleiter einkehren. Die rot-weiße Markierung sollte den Weg weisen, aber nach einiger Zeit legte die Karte eine „Abkürzung“ nahe, ein einfacher Durchstich einer kleinen Wegschleife. Nun läuten bei jedem halbwegs erfahrenen Schottersmühlwanderer die Alarmglocken, wenn sich eine „Abkürzung“ bietet: nichts dauert länger und ist umständlicher als eine „Abkürzung“! Die vorausgehenden Wanderer aber lockten mit einer glatten Lüge die nachfolgenden: „Wir sehen schon die nächste Markierung!“ Also tappte die Gruppe hinterher. Und stand bald im wahrsten Sinne des Wortes im Wald. Tatsächliche Landschaftsformation und vermuteter Ort auf der Karte waren nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen.

Eine Gruppe folgte dem einzig verbliebenen Pfad. Dass dieser in die komplett verkehrte Richtung führte, nach Ebermannstadt nämlich, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand. Einem anwesenden Professor gelang es schließlich, einen Waldarbeiter aus der Ferne zu examinieren und bekam den (fast) richtigen Weg gewiesen. Unterzeichneter vertraute sich dem Professor an und landete schließlich in Unterleinleiter im Wirtshaus.

Dort wartete schon eine Gruppe, die der „Abkürzung“ erfolgreich widerstanden hatte und einfach den markierten Weg gegangen war. Nachdem wir einige Zeit gesessen hatten, kam ein Taxibus vorbeigefahren, drinnen die Wanderer, die nach Ebermannstadt abgedriftet waren ... Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Danach war es nur noch ein kurzes Stück ...

Auf dem Weg von Unterleinleiter nach Veilbronn

... nach Veilbronn, wo wir im Landgasthof Lahner-Buhr übernachten. Hier hieß es schnell bestellen, denn die warme Küche sollte um 20 Uhr zumachen. Ein Blick in sein Zimmer ließ einen anwesenden ehemaligen Vorsitzenden Richter am OLG Bamberg ausrufen: „Ja! Das ist die Fränkische!“ Bei Gesprächen, Wein, Essen, Bier und Schafkopf verging der Abend recht schnell. Gegen halb zwölf waren auch die letzten Wanderer rechtschaffen müde und bezahlten ihre Zeche (die sie übrigens auf dem Bierfilz selbst geführt hatten).

Direkt beim Bezahlen hatte ein Doktor der Informatik die Idee, als Absackerchen noch eine Runde Wein auszugeben. Und ein Leiter des Onlinemarketings wollte noch ein paar Zwetschgenschnäpse dazustellen lassen. Und dann dachte noch einer an Schlehen. Jedenfalls saß man noch lange, diskutierte über die Abfolge der vergangenen AHV-Vorsitzenden und über den Fall Jakob von Metzler und wurde um Punkt 1.00 Uhr recht abrupt ins Bett geschickt. Üblicherweise zeigen uns in solchen Fällen die Wirtsleute beizeiten den Lichtschalter und ziehen sich dezent zurück.

Auch die wichtigsten Ereignisse des zweiten Tags hat Dr. med. Andreas Z. in einer Collage zusammengefasst.

Die „normale Wanderung“ – Samstag

Am Samstag standen soviele Möglichkeiten zur Auswahl, dass die Auswahl schwerfiel. Das wunderschöne Leidingshofer Tal mit dem Naturlehrpfad ließ sich niemand entgehen.

Im Leidingshofer Tal

Eine große Gruppe ging weiter nach Wüstenstein, aß dort ausführlich zu Mittag, nahm den kürzesten Weg auf der Höhe über Voigendorf und Albertshof und war daher schon um dreiviertel vier am Endpunkt Engelhardsberg.

Eine andere Gruppe ging über Störnhof. Das Wirtshausschild kündete schon von der Stammbrauerei, aber trotzdem fragte man den Wirt: „Haben Sie außer Tucher auch noch etwas anderes?“ Darauf der Wirt: „Mir ham Ducha Hell, Ducha Weizen, Ducha …“ – „Eine Apfelschorle bitte.“ „Für mich auch.“ „Für mich auch.“ „Für mich auch.“ „Für mich auch.“ „Für mich auch.“ Der Wirt: „Ich wass goar ned, was die Leid imma gecha Ducha ham!“

Die zweitgenannte Gruppe besuchte dann die Streitburg, die Burgruine von Streitberg, und ließ den Blick schweifen.

Blick von der Streitburg hinüber zur Neideck

Wenn man schon mal in Streitberg ist, sollte man auch die berühmt-berüchtigte Pilgerstube besuchen. Finden wir. Und das taten wir auch. Sehr gesund.

Danach überquerten wir die Wiesent und stiegen steil zur Burgruine Neideck hinauf. Wiederum herrliche Aussichten.

Blick von der Neideck

Der weitere Weg führte nach Trainmeusel. Ein Schild an einem Brunnen wies auf die Bedeutung der Brunnen in einer trockenen Hochebene hin. Gut, dass die Wirtschaft in Trainmeusel offen hatte. Es war nämlich sonnig und heiß, die Wanderer hungrig, durstig und müde. Der Koch war zwar verliebt, aber insgesamt genossen wir die Pause doch sehr.

Danach mussten wir die Kniee nochmal schinden: es ging nach Muggendorf hinunter. Wir blieben auf der südlichen Seite der Wiesent und folgten den Gleisen der Museumsbahn. Dann überquerten wir den Fluss auf einer altersschwachen Brücke und nahmen einen kurzen, aber schmerzhaft steilen Weg hinauf zur Hochebene zwischen Engelhardsberg und Moritz. Ein schönes Fleckerl Erde.

Gruppenbild in der Nähe von Moritz, auf dem Weg nach Engelhardsberg

Wie schon im Vorjahr wurde auch der Adlerstein bestiegen, aber wir waren etwas früher dran, so dass sich die Feierabendstimmung noch nicht recht einstellen mochte. Wir hatten aber auch noch ein kurzes Stück Wegs vor uns. Und ein Adlersteinschnitzel. Und eine Kneipe. Und noch ein letztes Stück Weg. Und schließlich auch noch das Feuer, wieder werkstofftechnisch perfekt aufgeschlichtet und mit erstklassigen Abbrandeigenschaften. Besonders stimmungsvoll. Und sehr praktisch, dass sich jemand anderes darum kümmert  :-)

Das Feuer bei Engelhardsberg; Bild von Peter Henning

Und natürlich wurde auch schon wieder über die Tour des nächsten Jahres diskutiert. Nach der Wanderung ist eben immer auch vor der Wanderung.

Auch zum dritten Tag hat Dr. med. Andreas Z. eine Collage zusammengestellt.

Horst G.