Konzert zum Stiftungsfest 2003

Soweit der Verfasser dieser Zeilen denken kann, wird das sommerliche Stiftungsfest immer von einem klassischen Festkonzert gekrönt. Dank unserem unermüdlichen AHV-Musikwart Rüdiger Kaufmann war das auch dieses Jahr so, und zwar am Sonntag, dem 29. Juni 2003, um 11 s.t. Im Gegensatz zu den Vorjahren fand es heuer allerdings erstmals in der Jahnhalle Baiersdorf statt. Ein schöner Saal hörte dieses Programm:

G. Ph. Telemann
(1681-1767)
Concerto F-Dur f. Altblockflöte, Streicher u. Cont.
Affetuoso
Allegro
Menuett I/II
Soli:Gisela Rinesch (Altflöte)
Heinke Maier (Violoncello)
Wolf Hölzel (Cembalo)
R. Kaufmann
(geb. 1949)
Großes Preisrätsel in F-Dur
Zu erraten waren die Komponisten und Namen der folgenden Werke, die Lösungen wurden eingesammelt und die Gewinner am Ende des Konzerts bekanntgegeben.
A. Vivaldi: Konzert für 4 Violinen
J. S. Bach/Ch. Gounod: Ave Maria
Chr. W. Gluck: Reigen seliger Geister
P. Mascani: Intermezzo
E. Levine/R. Brown: Tie a yellow ribbon
F. Mendelssohn-Barth.
(1809-1847) Bearb.: R. Kaufmann
(geb. 1949)
Liebeslieder für Gemischten Chor und Klavier
Ich wollt, meine Lieb' ergösse sich
Volkslied
Gruß
Wasserfahrt
Wie kann ich froh und lustig sein?
Abendlied
Soli:Ulla Simm, Ina Graumann, Horst Gwinner, Mattias und Rüdiger Kaufmann
Klavier: Chr. Kallenbach, M. Thamm-Kaufmann
E. Grieg
(1843-1907)
Streichquartett Nr. 2, F-Dur
Sostenuto
Allegro vivace e grazioso
Rue-de-Bonheur-Quartett:
Claudia Buchele (Violine I)
Bernd Zippelius (Violine II)
Elisabeth Lommer (Viola)
Peter Stadler (Violoncello)
W. A. Mozart
(1756-1791)
Sinfonie F-Dur, KV 19a
Allegro assai
Andante
Presto

Das Orchester des Stiftungsfestes unter der Leitung von Rüdiger Kaufmann

Es war wieder ein wunderbares Konzert, so daß wieder eine Zugabe gefordert – und gewährt – wurde. Besonderer Dank an Familie Kaufmann! Insbesondere das Preisrätsel hat das Publikum beschäftigt, gab es doch etliche, die eine ganze Menge wußten.

Wie in den Vorjahren fand sich der Chor aus Teilen des Chors der Aktivitas mit Verstärkung aus dem Altherrenlager und von Schülern des Gymnasiums Höchstadt zusammen, an dem Konzertleiter Rüdiger Kaufmann und seine Gattin als Lehrer tätig sind. Das Orchester probt während des Semesters gleich überhaupt nicht zusammen; am Tag vor der Aufführung ist erste Probe! Trotzdem klappt immer alles: Die Schüler kennen die Sachen meist aus dem Unterricht, die Altherrenfamilien üben zuhause, und der Chor hat sich an zwei Samstagen getroffen. Wir danken besonders den Höchstädtern!

Rezension

Das Festkonzert zum 124. Stiftungsfest der AMV Fridericiana Erlangen war ein Erlebnis für sich. Es war einfach alles neu, alles anders, alles besser als bisher. Nicht, daß die bisherigen Konzerte etwa schlecht gewesen wären. Nein - es gibt offenbar immer noch Steigerungen. Neu war vor allem der „Festspielort“: Die schmucke Jahnhalle in Baiersdorf sieht nicht nur schön aus, sie ist auch akustisch sehr gut und vor allem nicht so heiß wie der Saal im Hallerhof.

Doch jetzt erst mal schön der Reihe nach. Die Gattin unseres Bundesbruders Günther Rinesch hatte sich bei den bisherigen Konzerten – leider – immer nur dezent im Hintergrund gehalten. Hier konnten wir sie erstmals als hervorragende Solistin in dem Concerto F-Dur für Altblockflöte, Streicher und Continuo von Telemann bewundern. Rüdiger Kaufmann verstand es in bewährter Weise, den Drang der Orchestermusiker, sich selbst laut zu Gehör zu bringen, zu bändigen, so daß selbst die zartesten Flötentöne nicht von dem Klang des Orchesters übertönt wurden. Solistin und das einfühlsam begleitende Orchester wurden mit langem Applaus überschüttet.

Dann die nächste Überraschung: Ein „Großes Preisrätsel in F-Dur“: Rüdiger Kaufmann hatte bekannte „Ohrwürmer“, alle natürlich in F-Dur, ausgewählt und das Publikum durfte raten: Vor- und Nachname der Komponisten, Titel der Werke. Dafür gab's dann Preise, Gutscheine für Einkäufe im Noten- und Plattenladen. Teamarbeit war erlaubt. Die fünf Stücke, die Rüdiger Kaufmann dirigierte, waren uns allen wohlbekannt, doch meist fiel uns nicht der Name des Komponisten oder der richtige Titel des Stücks ein. Meistens beides nicht. Aber es war trotz aller Spannung ein echter Kunstgenuss, die kleinen Kostbarkeiten aus verschiedenen Epochen zu hören. Jetzt kann man's auch verraten: Vivaldi, Konzert für vier Violinen und Orchester; J. S. Bach: Ave Maria für fünf Celli und Klavier; Gluck: Reigen seliger Geister; Pietro Mascagni: Intermezzo aus Cavalleria rusticana; Irvin Brown: Yellow Ribbon.

Nach der Pause hörten wir den gemischten Chor der AMV Fridericiana. Auch dieses Jahr präsentierte Rüdiger eine eigens für den Chor geschaffene Bearbeitung der „Liebeslieder“ von F. Mendelssohn-Bartholdy. Die Reihenfolge und Thematik der Lieder ergänzte sich zu einer kleinen Geschichte über zwei Verliebte, die sich nicht treffen können, da sie aus verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen. Chor und Solisten/Innen trugen sie Lieder sehr einfühlsam vor, abwechselnd am Klavier begleitet von Maria Thamm-Kaufmann und Christian Kallenbach.

Wer das „Rue-de-Bonheur-Quartett“ noch nicht kannte und noch nicht gehört hatte, wurde überrascht von der Spielfreude und und dem sicheren Zusammenspiel der vier Musiker: Violinen: Claudia Buchele, Bernd Zippelius, Viola: Elisabeth Lommer, Violoncello: Peter Stadler. Das Quartett, das inzwischen zu einer festen Einrichtung der AMV zählt, musizierte das unvollendete Streichquartett Nr. 2 F-Dur von E. Grieg. Wer noch nicht weiß, wie der Name des Quartetts zustande kam, denke mal an die Adresse der AMV Fridericiana. Richtig. Aber Glückstraße-Quartett geht nicht so gut über die Lippen. Der Rezensent hat in den letzten zwei Jahren als echter Fan dieses Quartetts viele Konzerte miterlebt, und deutliche Steigerungen von Auftritt zu Auftritt hören können. Wann erscheint die erste CD?

Als krönender Abschluß des Konzertes war noch einmal das gesamte Orchester in voller Besetzung unter dem Dirigierstab von Rüdiger Kaufmann mit der Sinfonie F-Dur KV 19a von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören. Der junge Mozart hatte im Jahre 1765 diese Sinfonie auf der Fahrt nach London, die er zusammen mit seinem Vater unternahm, komponiert. Mit dem gleichen frischen jugendlichen Elan interpretierte Rüdiger Kaufmann mit seinem Orchester dieses Jugendwerk Mozarts. Es ist immer wieder unglaublich, wie Rüdiger Kaufmann es schafft, mit einem Orchester, das sich aus Aktiven, Alten Herren und Freunden der AMV zu jedem Stiftungsfestkonzert neu konstituiert, einen hervorragenden Klangkörper zu formieren. Das Publikum konnte sich mit lautem und lang anhaltendem Beifall noch eine Zugabe erklatschen.

Mit welchen Steigerungen und Überraschungen dürfen wir zum 125. Stiftungsfest rechnen?

Dr. Wolfgang Stadler

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Horst G.