Schottersmühlwanderung 2001

Hier erfahren Sie Allgemeines zu den Schottersmühlwanderungen.

Der „Bonustag“

Die „ganz normale Wanderung“ startete am Freitag, dem 22. Juni 2001, aber wie im letzten Jahr gingen auch heuer ein paar ganz Unersättliche schon einen Tag eher los.

Auf dem Weg vom Bahnhof in Staffelstein zum Treffpunkt im Stadtkern passiert der Wanderer einige Gaststätten, die „Püls-Pils“ ausschenken. Nun besagt die verbindungsinterne Überlieferung, daß vor Jahrzehnten einmal einem Wanderer von diesem Bier schlecht geworden ist, so dass diese Wirtschaften vorsichtshalber gemieden werden.

Aber schon einige Meter weiter treffen wir auf einen im Vergleich zum vierblättrigen Kleeblatt und Schornsteinfeger eher unbekannten Glücksbringer: auf einen Bierlaster. Dieses günstige Vorzeichen wird im Bild festgehalten …

Der Glücksbierlaster

… was die Fahrer von „Staffelberg-Bräu“ so sehr amüsiert, daß sie sofort drei Bier ausgeben. Danach geht es weiter zum Gasthof zum Riesen, gegenüber vom Staffelsteiner Rathaus, wo wir weitere Wanderer treffen.

Rathaus Staffelstein

Wir müssen noch etwas warten, bis der „Riese“ aufmacht, aber danach schmeckt’s umso besser. Schon nach wenigen Schlucken muss ich blinzeln: Die Wirtstochter hat doch gerade noch ganz anders ausgesehen? Die anderen Wanderer haben dieselbe Beobachtung gemacht … Und kurze Zeit später sieht sie wieder anders aus? Aber bereitwillig werden wir aufgeklärt: Anfangs sahen wir die „Straßenkleidung“, anschließend ein Geschenk und schließlich die Arbeitskleidung. Es sah alles gut aus.

Der Weg führt jetzt zum Staffelberg hinauf. Nach einer ordentlichen Transpiration entlohnt die Aussicht nach allen Seiten. Viktor von Scheffel soll hier oben das Frankenlied gedichtet haben, so daß wir anstimmen:

„Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muss rosten;
den allersonnigsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten.
Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren,
ich will zu guter Sommerzeit ins Land der Franken fahren! …“

Eine deftige Brotzeit und einen steilen Abstieg später essen wir im Brauereigasthof in Loffeld zu Mittag. Es gibt wieder das gute „Staffelberg-Bräu“. Das mag als Begründung dienen, daß die meisten kaum mehr hochkamen, während einer gern eher aufgebrochen wäre, um sich unterwegs ein wenig in die Wiese zu legen. Aber es wurde so spät, daß wir anschließend eine lange Strecke …

Staffelberg von Süden

… (Main-Donau-Wanderweg über die Küpser Linde, die Hohe Metze und Pausdorf) …

Dorfbrunnen in Pausdorf

… in einem fußunfreundlichen Tempo zurücklegen mussten, bis wir in Ehrl an eine Wirtschaft kamen. Eigentlich war ja Ruhetag, aber da sich auch noch andere Wanderer eingefunden hatten, konnte ein von uns mitgeführter Arzt dahingehend auf die Wirtin einwirken, daß sie wenigstens Getränke brachte. Ein Regenschauer (abgesehen davon hatten wir traumhaftes Wetter) zwang uns von den Bänken im Hof in die Gaststube, was etlichen von uns ermöglichte, die zwischenzeitlich eingetretene Wetterbesserung zu ignorieren und stattdessen ein weiteres Bier zu trinken.

Schließlich ging’s im Leitenbachtal nach Scheßlitz, wo wir nach ausgiebigem Abendessen im Gasthof Krapp übernachteten.

Die „normale Wanderung“ – Freitag

Am Freitagvormittag stießen die „normalen“ Wanderer zu uns. Über Demmelsdorf ging’s nach Kübelstein, wohin uns eine Fügung einen Bierlaster geschickt hatte. Wir hatten aber nicht viel Zeit, weil wir spätestens um eins in Königsfeld beim Mittagessen sein mussten.

Die Wirtschaft in Königsfeld

Der weitere Weg führte im Tal der hier noch sehr kleinen Aufseß über Drosendorf und Sachsendorf zum „Sonnenhof“ in Aufseß, wo wir uns Essen, das Premium Bier und Schlehenschnaps (mmh!) schmecken ließen und nach einigen Runden Schafkopf auch nächtigten.

Die „normale Wanderung“ – Samstag

Traditionell geht am Samstag die große Gruppe nicht mehr unbedingt zusammen, sondern zerfällt in mehrere kleine, die eine Strecke nach eigenen Vorlieben auswählen. Da stellt sich erst im Laufe des Frühstücks heraus, wer mit wem wo gehen will. Und so gab es Leute, die im Aufseßtal wanderen wollten. („Aufseßtalwanderer“ wurde fast zu einem neuen Warmduschersynonym.) Die meisten aber gingen nach Heckenhof, …

Auf dem Weg nach Heckenhof

… um beim Kathi-Bräu (Brauerei bestand schon vor 1492!) ihren Frühschoppen einzunehmen und sich auf dem Weg zum Mittagessen („Krug“ in Breitenlesau) im Hochstahler Tal wegen der schlechten rot-weißen Markierung zu verlaufen.

Dann teilten sich die Wege erneut: Einige kehrten über Siegritzberg ins Aufseßtal zurück, während andere auf der Höhe blieben …

Irgendwo bei Hubenberg

… und über Hubenberg und Saugendorf gingen, um auf einem traumhaft schönen Weglein …

Von Saugendorf nach Rabeneck

… bei Rabeneck ins Wiesenttal zu stoßen. Dort zog man auf dem Touri-Highway die Hausschuhe an und ging über Doos zur Schottersmühle, wo sich alle wieder trafen. Einige stiegen auf den SV-Felsen, der Rest erklomm die Höhe nach Engelhardsberg gleich.

Dort gab’s im Gasthaus Sebald Abendessen, wir sangen in einer lockeren Exkneipe ein paar Lieder und hörten Reflexionen zur vergangenen Wanderung. Danach ging’s zum nahen Feuerplatz. Der schönste Moment ist sicher dieser:

Das Feuer ist gerade angezündet worden und wird langsam größer.

(Diese und weitere Bilder hat Martin von Wolfersdorff freundlicherweise zur Verfügung gestellt.)

„Fuxen“sprung

Wenn das Feuer dann heruntergebrannt ist, erwacht das Kind im Manne: Wer wagt es als erster, über die Glut zu springen … (Bild von Florian Stadler)

Die Grobplanung für 2002 stand übrigens in der Folgewoche bereits fest …

Horst G.