Topiasz Rewthern kösztlih Sczaz Kesztleyn: Mein schönstes Studienerlebnis

26. Januar 2011

Im Laufe meines Studiums habe ich mir eine Schatzkiste ersammelt. Im damaligen Plus, heute Netto, gab es Schokolade zu kaufen. Es handelte sich hierbei um Taler mit hohem Kakaoanteil, bittere Schokolade also. Ich erinnere mich, dass die Taler einen steigenden Bitternisgrad hatten: die mildesten fingen mit 30 % an, die bittersten Taler hatten 85% und waren damit selbst mir, der ich eigentlich ganz gerne hin und wieder bittere Schokolade esse, zu steil. Eine gewisse Studentenverbindung, könnte ich mir vorstellen, isst 85 %ige Bitterschokolade, nachdem das Bier zum Kommers ausgegangen ist und verteilt solche Taler an Coleurdamen, wenn sie zur Semesterparteý gefügig gemacht werden sollen, und zwar anstelle von anderen harten Drogen…ganz schön steil. Jedenfalls bin ich nur halb so steil. 85 % Kakao sind mir zu viel, außerdem müsste ich dann hinterher eine Flasche Apfelsaft ad profundum trinken zum Ausgleich. Besser als die Schokoladentaler fand ich damals jedoch die Verpackung: es handelte sich hierbei um Holzschachteln, denen von Zigarren ähnlich. Und solche Schachteln faszinieren mich in ihrer Schlichtheit und dadurch, dass man sie aufmachen und wieder schließen kann. Außerdem kann man allerlei Plunder hinein tun. So habe ich mir insgesamt drei Schachteln mit Schokoladentalern gekauft, von denen ich nur eine verschenkt habe. Eine der beiden Schachteln befindet sich bei mir in Erlangen und diese Schachtel nenne ich meine Schatzkiste. Ich glaube, ich könnte eine ganze Serie von Blog-Einträgen beginnen, wenn ich die Geschichte jedes einzelnen Schatzes in meiner Kiste erzählen würde (oder ich lade mir eine weibliche Gesellschaft ein und kaue ihr einen Abend lang ein Ohr ab über jeden einzelnen Artikel meiner Schokoladendose…welches Mädel kann da widerstehen…?). Bei dieser Gelegenheit möchte ich bei dem Schatz bleiben, den ich am besten in Erinnerung behalten habe.

Ich habe die Tätigkeit als Hilfskraft bei meinem Professor in der Nordistik sehr genossen, bevor ich nach Finem terrae gegangen bin. Dabei handelte es sich um zwei mal zwei Stunden in der Woche, während derer ich in einem kleinen Raum, vollgestopft mit isländischen Büchern, vor einem aus dem digitalen Bronzezeitalter stammenden Rechner gesessen und schwedische und norwegische Bücher registriert habe. Das war eine tolle Aufgabe! – das sage ich ohne Verlogenheit und Ironie. Es war zwar manchmal schwer, die alten Kennungen von den Buchrücken zu lösen ohne die Bücher zu verletzen, aber irgendwie war es auch eine unglaublich entspannende Tätigkeit: man sitzt in dem kleinen Raum, draußen sieht man auf einen Parkplatz mehrere Bäume und da es im Sommer ist und ich leider unter starken Kopfschmerzen leide, genießt man die angenehme Kühle des Raumes, in der keine Musik zu hören ist, noch Gegacker, noch Straßenlärm. Nur das ruhige Singen des Festplattenlüfters dringt an mein Ohr und das Knacken meiner Nackenwirbel, wenn ich beinahe unbewußt glaube, mit einer Verrenkung die Kopfschmerzen über den Nacken entfernen zu können. Und dort habe ich gesessen und Bücher registriert: das Buch wird aufgeschlagen, die Finger streichen über das Papier, spüren seine Struktur, seine glatte Jugend gebleichter Zellulosefasern oder seine rauhe, herb duftende Reife vergilbter Blätter. Auf das Frontispiz oder das Vorblatt wird die Kennung des Buches mit Bleistift geschrieben, der zärtliche Klaps des Besitzvermerksstempels des Instituts auf Vorblatt und eine der mittleren Seiten schließt die Registrierung des Buches ab, das in einer Datei auf dem Rechner vermerkt wird. Bei einer dieser Begegnungen fiel mir ein rotes Buch in die Hände, das etwa Format A5 haben musste. Ich erinnere mich leider nicht mehr, worum es in diesem Buch ging, ein tragisches Sinnbild für die häufige Oberflächlichkeit im Leben. Es mag sein, dass es um Strindberg ging. Ich blättere also das Buch auf und will ihm seinen zweiten Stempelstoß verpassen, da rieseln acht kleine Federn zwischen den Seiten heraus. Keine von ihnen war länger als mein kleiner Finger, zur Halben waren die Lamellen von dunkler, braungrauer Färbung, zur Halben schillerten waagerechte blaue,weiße und schwarze Streifen. Ich würde die Federn einem Eichelhäher zuordnen. Ich habe sie meinem Professor gezeigt und sie mitgenommen, um sie in meine Schatzkiste zu legen.
Dieses Sinnbild vergleicht sich sonst nur mit dem Blick aus der Germanistikbibliothek im 5. Stock des B-Turmes: einmal im Sommer, am Anfang meines Studiums war eine der letzten Woyzek-Aufführungen ausgebucht. Ich saß neben einer jungen Dame und studierte das Programmblatt bis ich von ihrer Freundin angesprochen werde, die eben den Kneipsaal betreten hat und ihre Bekannte enthusiastisch begrüßt. Mit großer Freundlichkeit und Bereitschaft, mich um den kleinen Finger zu wickeln, werde ich vom Platz gestoßen und muss aufstehen, um nicht unhöflich zu erscheinen. Da ich mich damals ein wenig und oberflächlich, dafür jedoch sehr dringend für William Blake interessierte, habe ich mir gedacht: da nun leider kein anderer Platz frei ist in dem stark von enthusiastischen Schauspielerfreundinnen aufgefüllten Kneipsaal, entschließe ich mich, mein Abendprogramm zu ändern. Damals waren die Öffnungszeiten der Bibliotheken verlängert worden und zwar bis 21.30 Uhr. Also sage ich mir: schau mal, ob es bei den Germanisten eine Ausgabe von William Blake gibt. So begebe ich mich in den B-Turm und finde dort auch die besagte Ausgabe. Ich habe sie dann auch wieder zurückgestellt ins Regal. Wesentlich interessanter ist die übrige Atmosphäre, wo aus den großen Fenstern des Turmes der Blick in die Ferne schweifen kann. Eine Universitätsbibliothek, die mit unzähligen Büchern vollgestopft ist und mitten im Lärm einer großen Straße steht, eröffnet die Möglichkeit eine geniale Landschaft zu sehen. Dort erkennt man den rotgoldenen Burgberg und spürt milde Sommerabendluft durch die halb offenen Fenster, trotz der Industriegroßstadt rings herum (dazu würde Pachelbels Kanon gut klingen). Wenn mich jemand fragen würde, wie oder was eine Bibliothek ist, wäre dieses Bild wohl das am besten geeignete. Sonst sind mir nur die Lichtdioden an den nackten Zweigen vor meinem Fenster geblieben, die nach dem Regen in der Winterdämmerung im kalten Wind leuchten.

tobiasR

Fool’s Garden

2. Juni 2010

Jetzt sitze ich schon eine geraume Zeit in meiner neuen Behausung. Vielleicht ist es für euch interessant, zu erfahren wie es dort ist, zumal Stimmen laut wurden, ich solle mal wieder etwas in den Block (!) schreiben. Also ich wohne im Parterre, was mir altem Mann (gefühlte 80 Jahre, es gibt keine Zeit ^^[, also kann man sie sich auch nicht nehmen]) sehr entgegen kommt, weil man da nicht so viele Treppen steigen muss: Einkäufe müssen nicht mehr, wie zuvor, zusätzlich zur Horizontalen auch noch in der Vertikalen bewegt werden. Besonders toll finde ich den Hausflur: der sieht meiner Meinung nach aus wie in einer Jägerklause, mit Fachwerk und weiß getünchten Wänden, ein Acrylbild hängt an einer Wand, den Blick eröffnend auf eine Treppe in einer mediterran wirkenden Stadt. Ein ehernes Rad mit flammenförmigem Leuchtobst sorgt für Licht…meine Eltern hingegen haben nur die nicht unterirdisch verlegten Stromleitungen gesehen, sowie die schlechte Qualität des Putzes (Fachwerkstil eben…), aber was wissen die schon…

Die Wohnung, in der ich lebe, hat in jedem Raum ein Fenster (außer in der Stube, da gibt es zwei). Durch diese Fenster kann ich in den Garten schauen. Meiner spanischen, in England verlobt lebenden Bekannten habe ich neulich von dem Ausblick vorgeschwärmt. Besonders schön ist es dort, wenn es regnet, danach aber gleich die Sonne einen Blick durch die Wolken wagt. An den Büschen vor meinen Fenstern (oh herrlicher Schatten, oh Kühle in Sommers Hitze!^^) hängen dann Regentropfen und werden zu Osterschmuck verwandelt: zu gleißenden Edelsteinen, die sich zu Topasen, Smaragden oder Rubinen färben, je nachdem, wie ich hinschaue. Dabei höre ich immer wieder einen meiner Bundesbrüder in meinem Kopf, der mich fragt, ob ich mit meiner Magisterarbeit schon fertig bin und bekomme ein paranoid schlechtes Gewissen (wenn ich mir überlege, dass sich manche keine vier Monate für so ein Unterfangen Zeit nehmen – ich weiß nicht, ob ich das bewundern soll oder schon beim Umriss dieser Gedankengestalt einen Nervenzusammenbruch bekommen…)
Aber dann schaue ich doch wieder aus dem Fenster und die Edelsteine haben sich in Sterne verwandelt: liebe Freunde, der Himmel ist grün. Die Vögel sitzen in Sturmgewölbes Spalten und die Welt geht nicht unter, auch wenn zehn Sterne vom Himmel fallen. Dem Volksaberglauben entsprechend hätte ich dann zehn Wünsche frei. Unser leidtragender Präside weiß, was ich mir wünsche. Der musste sich das vor allem im seisten Semester immer wieder anhören und nun muss er sogar noch einen sehr unmännlichen Text von mir lesen (Daniel, du bist auch nicht vergessen). Aber, ich wünsche mir für dich Erleichterung, wenn mal wieder eine Sternschnuppe aus dem grünen Gewölbe fällt. Dann hüpfen Sperrling und Spatz draußen auf der Wiese umher und die schwarz-weiße Elster mit ihrem bläulich-grün-purpur schimmernden Gefieder…
Hier ein Einschub: Wie die Elster in die Welt kam
Die Sternschnuppen fielen vom Himmel. Die Sonne durchstach sie jedesmal, wenn sie fielen. Die Erde schrie nach ihnen, um ihren Durst zu stillen, den ihr die Sonne gebracht hatte oder um ihr die ersten wärmenden Boten des Frühlings nach kalter Winternacht zu senden.. Da fielen die Tropfen in Myriaden gleißender Scharen und mit ihnen fielen Farben auf den winterdörren, schneebedeckten Grund. Unter den Tropfen aber war ein besonders großer und lichtdurchfluteter. Der traf in jugendlicher Wärme und Lust auf den Firn alten Schnees und drang in ihn ein bis er die schwarze, fruchtbare Erde erreichte. Aus dem Wasser und dem Schnee und der Erde wurde so die Elster, die in ihrer Gestalt und Färbung den Winter noch bis in den Hochsommer trägt und doch die schillernden Farben des Frühjahrs, den man dann sogar an reifkalten Wintermorgen auf ihr funkeln sieht. Darum liebt die Elster alles Funkelnde und Schimmernde, weil sie einen Schatz sucht, über den sie sagen kann: „Seht, genauso bunt sind meine Federn!“ Aber sie wird wohl umsonst suchen, weil ihr Gefieder einzigartig ist und von Menschenhand geschliffener Edelstein ihr nicht ebenbürtig. Der Regentropfen aber, noch vergänglicher als die kurzlebige Elster, ist ihren Augen entfallen eh sie seiner inne werden mag und mit ihm die Farbmyriaden, die einmaligen.
Dem Schöpfer sei Dank für diese Schönheit!
Manchmal sitzt ein Weibchen auf der Wiese vor meinem Fenster (nur wenn es warm ist (also heißer als 25 ° C), sonst sitzt es zitternd, dem Michellinmännchen gleich, in Decken, Pullover, Winterjacken, Strickjacken, Wollsocken, Schals, Westen, eingehüllt inseinem Zimmer, die Heizung auf 5 und eine Tasse heißen Früchtetee auf dem Tisch. Ihm ist immernoch kalt und wenn ich das niedlich finde, tut es so als ärgerte es das. Dann wäre der Moment gekommen, ihm von meiner inneren Glut abzugeben…es würde ihm bald so heiß, dass ich mir auch die Augen reiben würde, wie schnell sie aus ihrer Puppe raus ist und mir ihre Schmetterlingsflügel zeigt, die zarten…)
…aber da ich ein echt netter Kerl bin…, sitze ich nur in meinem Zimmer und stehle dem Weibchen die Zeit, wenn es draußen warm ist. Dann setze ich mich zu ihm und erfreue mich an ihren Augensternen und ihrem Lächeln, das ich schlürfe wie einen kühlen Kirschsaft in der Sommerglut, der mit Rosenextrakt in einem silbernen Pokal gereicht wird, an dem der Tau herunterläuft…
Und dann laden mich die Weibchen, die niedlichen, herzallerliebsten ein, mit ihnen abends zusammen zu grillen und ich stehe vor der Frage: „Gehst du heute abend dahin oder schaust du mal wieder zuhause vorbei, in der Verbindung?“ Und ich entscheide mich, in die Verbindung zu gehen: dort treffe ich meinen Leibburschen (selten), meine Bundesbrüder, Externe und Hoffnungen und alle Vorfahren von Anbeginn an. Sie rufen mich schon. Sie fordern mich auf, meinen Platz unter ihnen einzunehmen. Hinter den Toren der AMV, wo die Tapferen ewig feiern…
Dann muss ich nachts fort und mich losreißen oder, wie man mir mit Schulterklopfen rät, loslassen…
…aber ich kann nicht, habe schon zu lang im Loslassen verweilt, das Gegenteil, das vom  Loslassenkönnen vorausgesetzt wird, habe ich nie richtig geübt  und komme wieder!

tobiasR

Essen auf Rädern – Episode 2

29. Mai 2010

Aus aktuellem Anlass nun der zweite Beitrag zur Saison.

Segen und Fluch von Klickpedalen – Matschebanane

Der Giro d’Italia 2010 endet morgen mit einem Zeitfahren und die Bayern-Rundfahrt war gestern auf einem wüsten Ritt durch die Fränkische Schweiz unterwegs. Mit diesem drückenden (Ge)Wissen im Hinterkopf machte ich mich am Montag daran nach zwei Wochen schlechtem Wetter die passive TV-Zuschauerrolle aufzugeben und mich selbst einmal wieder auf den Alu-Esel zu schwingen. Die Runde ging aufgrund der Pause etwas zäh, war aber dennoch angenehm. Um den “Tritt” nicht zu verlieren also am Dienstag bei schönstem Wetter gleich wieder rauf aufs Rad und ab dafür. Denkste.

Abruptes vorläufiges Ende der Ausfahrt bereits nach 3 Blocks an einer Erlanger Kreuzung unweit des Verbindungshauses. Ich entschloss mich das Hinfallen mit Füßen in den Klickpedalen dem Auffahrunfall vorzuziehen. War wohl auch gut so. Sieht saudämlich aus, ist auch schmerzhaft aber halt die billigere Alternative für arme Studenten die keine Beulen in und Stoßstangenlackierungen an Autos sowie ein neues Laufrad fürs RR zahlen wollen. Man kommt nunmal ohnehin, muss man direkt nach dem Anfahren und Einklicken sofort wieder anhalten, weil der Autofahrer vor einem doch nochmal auf die Bremse geht (warum auch immer), einfach ums Verrecken nicht mehr aus den Dingern raus um das Umkippen zu verhindern…soviel zur negativen Seite dieser Technik. Resultat: Knie aufgeschlagen, Wade angekratzt, auf Rippen, Ellbogen und Oberarm gelandet, das zweite Knie ordentlich am Rahmen angeschlagen. Hurra! Den Vogel abgeschossen hat dann eine Passantin mit der Frage: “Hats wehgetan?”. Immerhin überhaupt eine Reaktion…

Aber es lässt sich auch Positives festhalten: Kein Bodenkontakt mit dem Kopf. Das Rad hat keinen Kratzer abgekriegt, das Auto auch nicht. Eine Banane in der Trikottasche hinten rechts kann den Aufschlag an der Hüfte/Rücken dämpfen. Man kann sie zwar danach mehr oder weniger aus der Tasche löffeln, dafür tuts weniger weh. Außerdem kann man, läuft einem die rote Suppe das Bein runter auch mal wieder, nachdem man kurz heimgefahren ist seine Fähigkeiten mit Verbandsmaterial einer Auffrischung unterziehen. Die echte erfreuliche Überraschung gabs dann aber nach der Überwindung des inneren Schweinehunds. “Wir sind ja nicht aus Zucker. Jetzt erst recht. Rauf und weiterfahren.” Tatsächlich wurde die Ausfahrt noch zur sportlich bisher besten des Jahres. Danke der ordentlichen Menge Adrenalin im Blut fuhr sich die Runde – fast ausschließlich mit großen Übersetzungen – so geschmeidig wie ein in Schäufelesoße getränkter Knödel in einer fränkischen Kneipe den biergeölten Hals hinunterrutscht. Das Klickpedal trug diesmal positiv dazu bei, da es ganz im eigentlichen Sinne des Erfinders einen rythmischen Wechsel zwischen Streck-und Beugemuskeln in den Beinen ermöglichte.

Ich hab mir dann abends noch ein paar Videos mit Rennradunfällen auf youtube.de abgesehen und mir gedacht: “Schlimmer gehts immer.” Zum Glück diesmal nur die Banane zermatscht. Das Rad rollt weiter…

Bis demnächst

Tobix

Home Improvement- Sawdust

8. April 2010

Begonnen sei dieser Eintrag mit folgendem Satz:

“Die Latten von den Holzverschlägen sägen wir halt am Hausarbeitstag schnell ‘zam.”

Wer entdeckt den Fehler? – Genau. “Schnell”.

Ums kurz zu machen: Ich habe zusammen mit Bbr. Häußler und einer tragbaren Kreissäge Dienstag und Mittwoch nachmittag alles in allem (Vorbereitungen, Messen, Sägen, Schlichten, Aufräumen) ca. 7 Stunden gebraucht, um den Haufen alte Latten in einen, wie ich finde, durchaus ansehnlichen Holzstoß neben dem Grillplatz zu verwandeln. Hochrechnungen bei reiner Handarbeit kann sich jeder selbst ausmalen oder aus der dicken Sägespanschicht lesen, sofern er hellseherisch begabt ist.

Und hier noch die Allgemeinen Nutzungsbedingungen für den Brennholzstapel:

1. Man stelle sich davor, denke an die alten Verschläge am Dachboden und bewundere ihn.

2. Wie selbst der Laie erkennen kann, ist der Stoß horizontal zweigeteilt. Oben finden sich dunkle, lange Stücke Holz. VORSICHT: Verletzungsgefahr -> Es sind i.d.R. noch Nägel drin. Sie verwendet man also am besten für Lagerfeuer oder zum Heizen in der Tonne.

3. Die untere Hälfte des Stoßes enthält helle, handliche i.d.R nagelfreie Holzstücke.  Verwendungszweck: Grill.

4. Hat man versucht einige Scheite von dem tollen, trocknen Holz zu verschüren, wird man gemerkt haben, dass es abgedeckt war. Das Holz mag seine Regenkleidung. Wirklich. Es sprach zu uns und sagte es habe einen Plastikfetisch. Also tut ihm den Gefallen und lasst es nicht nackt im Regen stehen.  Wer die Plane nicht zurückmacht und sich dabei erwischen lässt, wird rituell mit einem Eimer Brackwasser getauft.

5. Geniest die Wärme und das Farbenspiel der Flammen. Feuer frei!

tobix

P.S. HAT ex!

Essen auf Rädern – Episode I

31. März 2010

Da ich zu faul bin selbst einen eigenen Blog zu erstellen und hier ohnehin genügend Platz ist habe ich mich entschlossen ab und zu einige Zeilen von meinen zahlreichen Rennradausfahrten des Jahres zu posten.

Dust anyone? Dust?

Man muss die Gelegenheit beim Schopf packen heißt es immer so schön. Also dachte ich mir nach einem relativ produktiven Samstag vormittag: Sonne scheint, paar kleine Quellwölkchen. Gönn dir etwas Bewegung und lass deinen Haarschopf im Fahrtwind des Rennrads wehen. Gesagt, getan. Ich schwang mich auf den Sattel, fuhr los, genoss die Sonnenstrahlen und den Rückenwind bis etwa zur Hälfte der Strecke. Ein Blick gen Himmel verhieß dann nichts Gutes. Beim Gedanken daran, dass ich einen Rundkurs mit Start und Ziel in Erlangen fuhr und mit der Kenntnis, dass Gewitter ja gewöhnlich gegen Wind ziehen, wurde mir schon etwas mulmig.

Nun bin ich nach drei Jahren Rennradfahren wirklich wettertechnisch kein Grünschnabel mehr und lag bei meinen regelmäßigen Ausfahrten, die in jedem Jahr etwa von Februar/März bis Ende September stattfinden und manchmal auch bis in den goldenen Oktober hineinreichten, noch nie daneben bei meiner Prognose. Bisher konnte ich die Wolken immer noch richtig einschätzen bzw. trockenen Rückens nach Hause strampeln. Dieses epochale Ereignis war aber schlicht und einfach nicht vorherzusehen. Innerhalb von einer knappen halben Stunde krempelte sich das Wetter total um und machte meine Ausfahrt dann in Baiersdorf zu einem Abenteuerurlaub auf zwei Rädern im ersten Frühlingsgewitter.

Das Programm liest sich wie eine Speisekarte in einem noblen, für experimentelles Kochen und kreative Menüfolgen bekanntem Restaurant, fühlte sich allerdings eher nach ekliger, fettiger, abbruchreifer Imbissbude an, die einem ordentlich Magenschmerzen bereitet.

Menüfolge für den 26.03.2010

Zur Vorspeise gab es einen kühlen Nachtisch:

Im Temperatursturz um gefühlte 20° Celsius abgeschreckte (Radler)eier mit durch gelbe Brillengläser betrachteten immernoch tiefschwarzen Wolken.

Als Hauptgang wurde kredenzt:

Seitenwindbeutelböen mit verschiedenen Füllungen (Staub1, Laub, Äste) auf Schweizerkäsestraßenbelag mit herumtreibenden Abfall an Feierabendverkehrabgasen.

Und zum Nachtisch:

Himmelssuppe mit über Reifengummi geflossenem Spritzwasser.

MAHLZEIT!

Euer Tobix

P.S.: Warum solls auch den Hobbyfahrern besser gehen als den Profis, die sich bei ähnlich besch…. Wetter durch die Klassikersaison quälen. TV-Tipp für Interessierte und immer ein Highlight was die Kommentatoren angeht:

    94. Flandern-Rundfahrt LIVE Eurosport – Sonntag, 04.04.2010, 14:00 bis 17:00 Uhr

1Siehe Titel, geklaut bei Little Britain

Das Handtuch auf der Spüle

13. Februar 2010

Liebe Bundesbrüder,

als ich heute mit euch die gestrige, schöne Kneipe aufräumte, fiel mir in unserer Küche ein Handtuch auf, das gleich neben dem Herd lag. Es mag zu einem späteren Zweck genutzt werden. Jedenfalls ist mir plötzlich durch dieses kleine, bunte Handtuch eine Inspiration ins Gehirn gefallen (die Isländer würden sagen [ und das bedeutet ins Gehirn fallen, also ungefähr wie das Stück Apfelkuchen des Julian]: það datt mér í hug). Früher, also in meiner mythologischen Zeit, als die Frauen noch mild, herzlich, liebe,-verständisvoll, im äußersten Maße erotisch und anregend waren und ich durchaus sagen konnte, sie zu kennen, – und zum Glück zeichnen sich wenigstens in meinem Kopf und – mit ein wenig Phantasie – auch in der Wirklichkeit ansatzweise Tendenzen dieser Art wieder ab – waren mir die Mädels immer Inspiration und ich hoffe, sie werden es wieder ( jedenfalls die eine, in Bezug auf die ich mich fühle wie der Leprakranke mit seinem Auge); nun aber muss ich gestehen, dass mich ein einfaches kleines Handtuch inspiriert hat, das dort still und friedlich auf Heidis blank gewienerter Küchenablagefläche rumhing. Hier der Erguss meiner Anregung:

Das Handtuch auf der Spülen

Auf uns’rer Spül’, da liegt ein Handtuch
es liegt dort schon seit Jahr und Tag
|: es soll dort liegen bis sich die ganze Welt
zum Untergang anschicken mag. : |

Auf uns’rer Spül’, da liegt ein Handtuch
so klein und feucht liegt es dort herum
|: manch einer ging vorbei und scherte sich dabei
den kleinen, feuchten Kericht drum.  : |

Auf uns’rer Spül’, da liegt ein Handtuch
und wird dort wohl in Rente geh’n
|: bei Nacht ging ich vorbei und hab nicht schlecht gestaunt:
da hab ich’s fröhlich zechen seh’n.  : |

Auf uns’rer Spül’, da liegt ein Handtuch
stirbt vor sich hin Tag aus, Tag ein
|: und suchet ihr sein Grab, geht an der Spül’ vorbei
ein Haufen Schimmel muss es sein.  : |

Auf uns’rer Spül’, da liegt ein Handtuch
harrt, dass es einer bald fort trag
|: es wird nicht eher von dort wegkommen
bis sich die Welt umdrehen mag.  : |

13.02. 2010

Also sprach Zarathustra…

27. Dezember 2009

…das Jahr 2009 endet. Das Wort zum neuen Jahr kommt von Nietzsches Zarathustra, der uns in dieser besinnlichen Zeit zum Nachdenken anregen kann:

<Ich gehe durch dies Volk und lasse manches Wort fallen: aber sie wissen weder zu nehmen noch zu behalten. Sie wundern sich, dass ich nicht kam, auf Lüste und Laster zu lästern; und wahrlich, ich kam auch nicht, dass ich vor Taschendieben warnte!

Sie wundern sich, dass ich nicht bereit bin, ihre Klugheit noch zu witzigen und zu spitzigen: als ob sie noch nicht genug der Klüglinge hätten, deren Stimme mir gleich Schieferstiften kritzelt!

Und wenn ich rufe: „Flucht allen feigen Teufeln in euch, die gerne winseln und Hände falten und anbeten möchten“ so rufen sie: „Zarathustra ist gottlos.“

Und sonderlich rufen es die Lehrer der Ergebung; aber gerade ihnen liebe ich’s in das Ohr zu schrein: Ja! Ich bin Zarathustra, der Gottlose!

Diese Lehrer der Ergebung! Überallhin wo es klein und krank und grindig ist, kriechen sie, gleich Läusen; und nur mein Ekel hindert mich sie zu knacken.

Wohlan! Dies ist meine Predigt für ihre Ohren: Ich bin Zarathustra, der Gottlose, der da spricht „wer ist gottloser denn ich, dass ich mich seiner Unterweisung freue?“

Ich bin Zarathustra, der Gottlose: wo finde ich meinesgleichen? Und alle die sind meinesgleichen, die sich selber ihren Willen geben und die Ergebung von sich abtun.

Ich bin Zarathustra, der Gottlose: ich koche mir noch jeden Zufall in meinem Topfe. Und erst, wenn er da gar gekocht ist, heiße ich ihn willkommen, als meine Speise.

Und wahrlich, mancher Zufall kam herrisch zu mir: aber herrischer noch sprach zu ihm mein Wille – da lag er schon bittend auf den Knien – bitten dass er Herberge finde und Herz bei mir, und schmeichlerisch zuredend: „sieh doch, o Zarathustra, wie nur Freund zum Freunde kommt!“

Doch was rede ich, wo niemand meine Ohren hat! Und so will ich es hinaus in alle Winde rufen: Ihr werdet immer kleiner, ihr kleinen Leute! Ihr bröckelt ab, ihr Behaglichen! Ihr geht mir noch zugrunde an euren vielen kleinen Tugenden, an eurem vielen kleinen Unterlassen, an eurer vielen kleinen Ergebung!

Zu viel schonend, zu viel nachgebend: so ist euer Erdreich! Aber dass ein Baum groß werde, dazu will er um harte Felsen harte Wurzeln schlagen!

Auch was ihr unterlasst, webt am Gewebe aller Menschen-Zukunft; auch euer Nichts ist ein Spinnennetz und eine Spinne, die von der Zukunft Blute lebt.

Und wenn ihr nehmt, so ist es wie stehlen, ihr kleinen Tugendhaften; aber noch unter Schelmen spricht die Ehre: „Man soll nur stehlen, wo man nicht rauben kann.“

„Es gibt sich – das ist auch eine Lehrer der Ergebung. Aber ich sage euch, ihr Behaglichen: es nimmt sich und wird immer mehr noch von euch nehmen!

Ach, dass ihr alles halbe Wollen von euch abtätet und entschlossen würdet zur Trägheit wie zur Tat!

Ach, dass ihr mein Wort verstündet: „Tut immerhin, was ihr wollt – aber seid erst solche die wollen können!“

„Liebt immerhin euren Nächsten gleich euch – aber seid mir erst solche, die sich selber lieben – mit der großen Liebe lieben, mit der großen Verachtung lieben!“

Also spricht Zarathustra der Gottlose – doch was rede ich, wo niemand meine Ohren hat! Es ist hier noch eine Stunde zu früh für mich.

Mein eigener Vorläufer bin ich unter diesem Volke, mein eigner Hahnen-Ruf durch dunkle Gassen.

Aber ihre Stunde kommt! Und es kommt auch die meine! Stündlich werden sie kleiner, ärmer, und fruchtbarer – armes Kraut! – armes Erdreich!

Und bald sollen sie mir dastehen wie dürres Gras und Steppe, und wahrlich! Ihrer selber müde – und mehr als nach Wasser, nach Feuer lechzend! O gesegnete Stunde des Blitzes! O Geheimnis vor Mittag! – Laufende Feuer will ich einst noch aus ihnen machen und Verkünder mit Flammenzungen:

Verkünden sollen sie einst noch mit Flammenzungen: Er kommt, er ist nahe, der große Mittag!>

Und was ist am Mittag? Da gibts Essen bei Heidi ;)

Allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2010! tobix

Ex

26. Juli 2009

Ich lasse das Hauptthema von “Die Stunde des Siegers” ertönen und übergebe die x-Fackel an meinen lieben Bbr. Simon Goebels.

War ein schönes Semester, danke an alle, die es mit mir durchgestanden haben.

ThRex

SV-Theater(s)t(aff)age

21. Juli 2009

Einmal mehr beweist der SV seine beiden großen Talente: zu organisieren und Leute zusammenzuführen.

Vom 17. bis 19. Juli diesen Jahres fand ein Ereignis statt, dass den schönen Titel SV-Theatertage trug, die nach dem eher mäßigen Erfolg in Darmstadt im letzten Jahr heuer in die zweite Runde gingen. Die Bezeichung ist allerdings schon sehr zynisch, denn statt Tagen bot sich ein Tag. Ein voller Tag aber, immerhin.

Die SV-Theatertage auf die Beine zu stellen erscheint immer wieder ein Gewaltakt und zeugt nur einmal mehr davon, wie eng doch die ganzen SV-Bünde miteinander kooperieren, wie stark sich jeder einbringen will und wie sehr auf die Worte mancher Verbandsgeschwister verlass ist.

Nachdem nun also das scheinbar engagierte Kiel keine Bühne auftreiben konnte und Marburg (mal wieder) abgesprungen ist, kurzfristig, fand der Theatertag nun also auf dem Haus der Nordmark zu Hamburg statt. Bühnenteile wurden angemietet, damit wenigstens ein bisschen Theateratmosphäre aufkommen konnte. Und immerhin gab es einen Fluter um diese auch noch auszuleuchten.

Nichtsdestotrotz ließen sich die beiden verbliebenen aufführenden Bünde nicht unterkriegen, diese da die Frankfurter mit ihrer Version von “Die Schöne und das Tier”, sowie wir Erlanger mit dem seltsamen Paar waren, und spielten so gut es ging unsere bestmögliche Leistung aus. Was wir vermochten war das Publikum zu unterhalten. Schade nur, dass dieses Publikum aus ein paar Aktiven vor Ort (HH1 & HH2), sowie der jeweils anderen Theatergruppe bestand. Achja, und noch ein paar unserer Erlanger Bundesbrüder.

Bedauerlich ist das freilich, lief doch im Vorhinein überhaupt keine Öffentlichkeitsarbeit, da Pressewart und Vertreter wohl beide zu viel um die Ohren gehabt hätten. Diesmal kann man’s wohl auch nicht auf ein großes Volksfest gleich um die Ecke schieben. Naja, zumindest weiß ich aus sicherer Quelle, dass Plakate für das Wochenende immerhin in virtueller Form existiert haben.

Was bleibt also von diesem/n SV-Theatertag/en?

Ein voller Samstagnachmittag, denn abends wurde eine Caecilien-Philistrierungskneipe geschlagen, die Aufführungen reine Staffage, dafür aber unglaublich motiviert. Man mag es wie einen netten Film sehen, der halt nebenbei läuftm während man sich auf das Großereignis am Abend vorbereitet. Kochen und basteln und so, ne?

Nichts aber gegen die Herrschaften, die da waren. Man wurde freilich durchgehend gut behandelt, hatte schöne Gespräche und Amusement, hervorragendes Essen. Drumherum war viel geboten und die Gastgeber hätten wohl kaum bessere sein können. Aber ist es das? Reicht das? Kann es genügen das Brimborium drumherum auszuschmücken und das eigentliche Großereignis nebenher laufen zu lassen?

Und ist es gerechtfertigt auf der Kneipe wieder vom tollen harmonischen SV zu sprechen, der alles so großartig machen würde?

Ein SV, der es nicht einmal schafft die einzelnen Bünde zu seinen Veranstaltungen zu bringen, weder als Produzent noch als Rezipient?

Nun, stecken wir mal nicht den Sand in den Kopf und geben den SV-Theatertagen im nächsten Jahr noch eine Chance. Es heißt doch, aller guten Dinge wären drei?

ThRx

Tourneepferde

13. Juli 2009

Wenn einer eine Reise tut… dann ist zumeist das Theater schuld.

Es scheint in der AMV wohl Tradition zu werden, dass das Sommersemester neben eine großen Vorortproduktion (der Wiener Wald, wir erinnern uns) auch eine kleine Ensemblegruppe sich einem Tourneestück widmet. Alljährlich angespornt durch die großen SV-Theatertage nutzt das AMVi-Theater die Gelegenheit sein Können auch anderswo zu demonstrieren. Daniels und ich, das offizielle seltsame Paar der Glückstraße haben uns an diesem Wochenende auf den Weg in den Süden gemacht.

“Ein seltsames Paar” feierte am Samstag seine Premiere im Dachauer Ludwig-Thoma-Haus. Mir, dem werten Präside, der seine theatralen Wurzeln im bayrischen Lustspiel findet, war es eine Herzensangelegenheit in der alten Heimat zu demonstrieren, dass ich auch Komödie machen kann und dass man in Dachau, wie mein Großvater, Indendant der Volksbühne Dachau, jenes berüchtigten Präsiden-Wurzel-Vereins, es formulierte etwas zeigen kann, dass “ganz anderes Theater” ist. Was so natürlich gar nicht stimmt, denn der Urgedanke, die Leute zum Lachen zu bringen, war ja erfüllt.

War eine glorreiche Premiere, die der Tournee einen schönen Auftakt bescherte.

Wer aber glaubt, wir beließen es dabei, der dürfte seinen Augen nicht getraut haben, wenn er uns am nächsten Morgen in Allerherrgottsfrühe (für einen Studenten natürlich, also 10 Uhr) aufbrechen sah nach Marktoberdorf. Noch weiter in den Süden. Aber hier ist das AMVi-Theater ja schon populär, nachdem es im vergangenen Jahr hier schon mit Woyzeck glänzen konnte. Zwar spielten wir vor wenigen Leuten, aber diese hatten es in sich.

Und so geht die Tout weiter und die SVer dürfen sich auf Hamburg freuen und die Erlanger auf Erlangen. Naja. Ähm… ich geh ins Bett, aber vorher schrubbe ich noch die Töpfe und wasch mir die Haare (Vorsicht, Insider!)

Pommfrittmeister, einmal Pommes mit Majo, Ma-jo! (Noch ein Insider, jetzt reichts aber!)

ThRX